Wein und Sterblichkeit

In der "Copenhagen City Heart Study" des Institute of Preventive Medicine wurde der Einfluß von verschiedenen Alkoholika auf die Sterberate untersucht. Insgesamt wurde der Alkoholkonsum von 7234 Frauen und 6051 Männern über 12 Jahre hinweg ausgewertet. Unterschieden wurde zwischen Wein- Bier-, Spirituosentrinkern und Antialkoholikern. Dadurch, daß sehr viele Probanden auch 2 oder 3 verschiedene Alkoholika tranken konnten bessere Vergleiche der Wirkung von Wein, Bier und Spirituosen bekommen werden. Probanden, die mehr als 0,7 Liter Wein (oder die entspr. Menge anderer Alkoholika) tranken wurden nicht berücksichtigt. die Sterblichkeit wurde in 3 Kategorien aufgeteilt: Gesamtsterblichkeit, Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie Tod durch andere Ursachen.

Die Gesamtsterblichkeit lag bei den Teilnehmer, die täglich 0,4 - 0,6 Liter Wein konsumierten um 49 % niedriger als bei solchen, die nie Wein tranken. Ein entsprechender Bierkonsum zeigte kein reduziertes Risiko. Eine gleiche Menge an Spirituosen erhöhte das Sterblichkeitsrisiko sogar um 34%.

Die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit war bei Weintrinkern (0,4 - 0,6 l/Tag) um 56% reduziert. Bei entsprechendem Bierkonsum war sie immerhin noch um 28% ernierigt, wärend Spirituosenkonsum diese Sterblichkeit um 35% erhöhte.

Erstaunlich war, daß der Konsum von 0,6 Liter Wein pro Tag auch die Sterblichkeit durch die "übrigen Todesunrsachen" verminderte. D. h. selbst die typischen alkoholabhängigen Sterbegründe wie Krebs, Zirrhose, Unfall waren bei Weintrinkern vermindert. Bei Bier- und Spirituosenkonsum war hier die Sterbehäufigkeit allerdings deutlich erhöht.

Aller Ergebnisse blieben auch bestehen, wenn die unterschiedlichen Rauchgewohnheiten, das Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung oder Körpergewicht mit einberechnet wurden.

Das Ergebnis der Studie war, daß moderater Weinkonsum mit einer niedrigen Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gleichzeitig auch bei allen übrigen Todesursachen einhergeht und daß dieser Effekt nicht auf die Lebensumstände zurückgeht, sondern direkt über das Getränk und seine Wirkstoffe erkärt werden kann.

 

Literatur:

Gronebaek, M., et al.: Mortality Associated with Moderate Intakes of wine, Beer or Spirits. BMJ 1995, 310, 1165-1169.

Gronebaek, M., et al.: alcohol and Mortality: Explanation of the U-Shaped Risk function. ph.D.-Thesis: Institute of Preventive Medicine, university of Copenhagen, 1996.

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